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„Seid stille und erkennt, dass ich Gott bin!“
Benedikt, der Begründer des westlichen Mönchtums, hat einmal gesagt: „Das Maß der Eindrücke, denen wir heute ausgesetzt sind, vergiftet die Psyche.“ Was würde Benedikt wohl heute sagen?
Kurt Tucholsky stöhnte Anfang des 20. Jahrhunderts: „Der Mensch hat neben dem Trieb der Fortpflanzung und dem zu essen und zu trinken zwei Leidenschaften: Krach zu machen und nicht zuzuhören.“ Heute hat der Krach gigantische Ausmaße angenommen. Tag für Tag begegnet uns eine wahre Flut von Lärm, von Wörtern und Bildern. Wir kommen längst nicht mehr dazu, alles zu verarbeiten.
Deshalb ist es nur zu begrüßen, dass einige christliche Organisationen für 2010 das „Jahr der Stille“ ausgerufen haben. Es geht darum, dass wir uns in diesem Jahr ganz bewusst Zeit nehmen, um zur Stille zu kommen. Wir sehnen uns nach Stille – und erleben sie doch so selten. Gott redet oft sehr leise. Ich muss erst zur Ruhe kommen, meine Seele muss still werden – nur so kann ich Gottes leise Stimme wahrnehmen.
Ich stehe in der Versuchung, Stille als etwas weniger Wichtiges zur Seite zu schieben nach dem Motto: „Dazu komme ich, wenn ich mal mehr Zeit habe.“ Aber ich habe niemals mehr Zeit. Gott sagt in Psalm 46, 11: „Seid stille und erkennt, dass ich Gott bin!“
Als Gemeinde haben wir uns entschieden, an der Aktion „Stille – 40 Tage Gott begegnen“ teilzunehmen. Ab dem 14. Februar beschäftigen wir uns in sechs Gottesdiensten damit, wie wir Gott in der Stille begegnen können. Es lohnt sich, regelmäßig daran teilzunehmen. Neben den Gottesdiensten wird das Thema auch in vielen Hauskreisen behandelt werden. Grundlage der 40 Tage ist das Buch von Elke Werner und Klaus-Günter Pache „Stille – dem begegnen, der alle Sehnsucht stillt“. Dieses Buch gibt es für zehn Euro am Büchertisch.
Lasst uns gemeinsam ganz neu dem Gott begegnen, der gesagt hat: „Seid stille und erkennt, dass ich Gott bin!“
In diesem Sinne grüßt euch sehr herzlich euer
Raimund Puy
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